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TABUS.

Drei Tabus fallen gerade: Sternegastro, Kernenergie und Gentechnik. Das eine ist jetzt „out“. Die anderen beiden sind nunmehr „in“. Neue Moden.

Sterneköche waren die Helden der Gastronomie, Halbgötter in Weiß. Ich habe im Elsass schon für einen Gang mit 1 Ei so um die 50€ gegeben. Geholfen hat es nicht. Nach und nach sind alle pleite. Man hört von Arbeitsplatzwechseln in Kindergärten und Krankenhausküchen. Vom Haubenkoch zum Kantinenwirt. Der wunderbare FRÜHSAMMER in Berlin war der erste. Und SVEN ELVERTSFELD vom AQUA in Wolfsburg wird nicht der letzte sein.

Atomkraft kommt wieder. Unter der erbarmungslosen MONOKAUSALITÄT der Klimadebatte ist jedweder KOHLENWASSERSTOFF verteufelt, sprich Kohle wie Öl wie Gas. Man will nun Kleinkraftwerke auf nuklearer Basis in die Vorgärten stellen. Die gibt es schon von Rolls Royce als U-Boot-Antriebe. Opa Hoppenstedt wird wahr. Frankreich ist dafür, England auch. Der Rest der Welt war nie skeptisch. Meinen Diesel im Auto verlieren und ein Atom-U-Boot im Hinterhof gewinnen. Echt?

Muss man Mutter ERDE als Schöpfung hinnehmen oder darf man auch selbst Schöpfer:in spielen? Man darf. Längst wird an der DNA gebastelt. Nicht nur in chinesischen Laboren (ich habe nie an die mythische Ursache in Fledermäusen geglaubt, ein DRACULA-Narrativ), auch in den GELDMASCHINEN, die nun Impfstoffe produzieren. Wir sollen BIG PHARMA als Schöpfer:in lieben lernen. Klingt ein wenig nach 1984 von George Orwell.

Und was sage ich dazu? Nun, die meisten Sterneköche benehmen sich in ihren Küchen wie Idioten. Um die ist es nicht schade. Aber eine bedingungslose PROLIFERATION von Nuklear- und Gentechnik? Darf ich da noch mal drüber nachdenken?

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VORBILD.

Die ganz Klugen machen die ganz einfachen Dinge richtig. Nicht nur die Komplizierten. Zum Beispiel tragen sie, wenn unter Menschen, eine Maske.

Wie stellt man sich eine Forscherin vor, die dreißig, vierzig Preise und acht oder zehn Ehrenpromotionen auf dem Buckel hat; einen Nobelpreis für Chemie noch oben drauf? Jedenfalls ohne Buckel. Neben mir steht die Erfinderin der Genschere.

Eine fröhliche junge Frau, fast ein wenig flapsig. Mit der schlechten Lautung des Englischen, die alle Franzosen haben. Franzosen kriegen kein ordentliches Englisch hin; schlimmer nur noch Spanier. Eine zierliche Erscheinung mit geradezu mädchenhaften Zügen. Was habe ich erwartet? Eine Riesin? Eine Greisin? Marie Curie?

Sie hat die Welt der Krankheitserreger epochal erhellt und ist Viren auf die Schliche gekommen. Oder Bakterien. Keine Ahnung. Und wohl deren DNA. Die kann sie modellieren. Stichwort Genschere. Ich weiß wahrlich nicht, wovon sie redet. Und immer wieder taucht ein Gedanke auf, den ich zu verstehen glaube: „Viren verändern sich, um zu leben; sie leben, um sich zu verändern.“ Schweinepriester.

Sie trägt beim Sektempfang übrigens als einzige Person unter den 2Gs eine MASKE, die sie erst später, beim Essen, ablegt. Wenn die das macht, sollte mir das ein Vorbild sein. Schließlich ist sie die Marie Curie unserer Tage. Möge sie gesünder bleiben, als es jener vergönnt war.

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FRÜH GEFÖRDERT.

Schon als STUDENTEN hatten wir eine große Klappe. Unsere ALMA MATER, die neue Uni in Bochum, hat das gefördert. Sie sei gelobt.

Mein erster wissenschaftlicher Aufsatz erschien 1979. Geschrieben habe ich das Ding 1976, also vor fünfundvierzig Jahren, zusammen mit einem sehr fleißigen KOMMILITONEN, der sich jetzt noch an alle Details erinnert. Beziehungsweise eine aufgeräumte Bibliothek hat, nicht so ein Chaos wie bei mir. Wir waren Studenten damals. Vorlaute Studenten.

So ging eine tolle Uni! Wir waren in einer eher banalen Frage anderer Meinung als der Assi an dem einen Lehrstuhl und kriegten einen Publikationsort bei dem Assi von dem anderen Lehrstuhl; beide waren noch nicht Profs, wurden es aber. BIG SHOTS TO BE. Wir waren die notorisch überbewerteten „greenhorns“.

Nur, dass wir die unverdiente Förderung durch Fleiß zu rechtfertigen suchten, zeichnete uns aus. Man muss auch unverdientes Glück annehmen können. Übrigens war es auch aus heutiger Sicht eine ordentliche Arbeit, deren Kärrnerteil damals mein Kumpel vollbracht hat; ich war der Vorlautere, also eher für das Geniale zuständig; mal in aller Bescheidenheit gesagt.

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FAIRPLAY.

Wenn in London, nutze ich ein altes Privileg; ich speise im Club. Das ist in meinem Fall das Garrick in Covent Garden, eines der bunteren Häuser, in der historisch vor allem Freunde des Theaterlebens verkehrten. Ich nehme dann den High Tea, was nichts anderes ist als ein ordentliches Essen am Nachmittag, angeblich eine schottische Tradition, andere sagen, eine der Arbeitenden Klasse. Den Spott halten aus, die da in ihrem Tee rühren und Sandwiches verzehren. Ich treffe dort meist ein pensioniertes Militär, das alle im Club den Brigadier nennen; er ist ein Regulärer, wie man hier sagt, weil immer da um halb nach vier.

Der Brigadier erklärt mir die Welt des Militärischen, was bitter nötig, da ich nicht gedient habe und gar nichts weiß von den Gentlemen in Khaki. Die Kameradschaft gehört im Soldatischen zur Pflicht. Das hätte ich nicht gedacht. Man weiß auch als Zivilist um die Befehlskette und den angeblichen Kadavergehorsam, der die militärische Disziplin bestimmt. Aber dass dem Soldaten die Kameradschaft befohlen, das hatte ich so noch nicht gehört. Es gibt in dieser Welt des Gegeneinanders, der Feind ist ja zu besiegen, natürlich ein Unter- und Übereinander, aber eben auch ein Füreinander. Ein feiner Gedanke. Bei solchen Hinweisen wird in mir der Soziologe wach. Und der Hobby-Historiker.

Man kann dem englischen Motto „mates and mission first, later me“ als Ausdruck der Inneren Loyalität des Regiments als Deutscher nicht folgen, ohne an die unwürdige Tradition der Wehrmacht zu denken, die die Komplizenschaft bei Verbrechen zum Gebot der Kameradschaft gemacht hat. Verbrechen in Uniform bleiben Verbrechen; sagen wir heute. Das kann auch eine falsch empfundene Kollegialität nicht auslöschen.

Als ich dem Brigadier im Garrick sage, da fände ich die deutsche Bundeswehr geläuterter als seine Regimentswelt, wirft er seine Stirn in Falten und sagt mit einem wunderbaren Englisch Akzent: „Aus gegebenem Anlass, junger Mann!“ Das ist wahr. Deshalb schmerzt mich auch so, wenn in meinem Vaterland heutzutage wieder von Volksgemeinschaft gefaselt wird, der angeblichen Kameraderie der vermeintlich reinen Rasse. Ein Verbrechen schon im Begriff. Reden wir also von Solidarität und Loyalität, der besseren Seite unseres Charakters.

Die Tommies haben da ein Wort, das mich fasziniert, weil so klar und einfach. Ihm liegt eine Vorstellung zugrunde, was sportlich sei. Es lautet: „fair play“. Welch eine wunderbare Gesellschaftsidee. Let‘s play it fair. Das ist mal eine politische Idee!