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KRIEGSSPIELE.

Die Drohnenbilder vom Krieg, die uns tagtäglich erreichen, entsprechen auf eine seltsame Art, den Videospielen, mit denen sich Kids zeitgemäß unterhalten. Der Krieg selbst scheint ein Videospiel geworden zu sein.

Tausende von Smartphones stecken in den Uniformen der Soldaten, die sie nicht nutzen dürfen, wenn sie nicht ein sehr genau zu treffendes Ziel abgeben wollen. Und doch erreicht damit „footage“ die Social Media Plattformen. Einst in den USA und Russland, jetzt in China oder Dubai angesiedelt heben sie Authentisches von der Front in die Wohnstuben der Welt.

So ist es scheinbar. In Wirklichkeit wirken die Propaganda-Bataillone der Kriegsparteien über Telegram und Twitter. Mit den Drohnen-Filmen kann man durch das Auge der Waffe selbst schauen, authentischer geht es nicht: „the ability to bill themselves as unfiltered, unadulterated, unprocessed and unblinking-leftover artefacts of a technical process rather than calculated pieces of propaganda“ (Roger Stahl, 2018).

Selbst die Clips von Yevgeny Prigozhin, dem Anführer und Besitzer der halbstaatlichen Söldner-Truppe Wagner, werden von Telegram auf Twitter gehoben und von da in die Öffentlich-Rechtlichen Medien, die das naiv kupfern. Das amerikanische Modell der Fox News als Propaganda-Plattform ist längst internationalisiert. Der Syrienkrieg soll hier üben geholfen haben. Telegram hat mittlerweile 700 Millionen Nutzer.

Die Konvergenz von Unterhaltungsindustrie und Kriegsberichterstattung, wenn nicht Kriegsführung, erschreckt mich. Zugleich ist das so neu nicht. Der Zirkus im Alten Rom oder die Ritterspiele im Mittelalter waren in der Struktur dieser Konvergenz gleich. Wir sind schlecht getarnte Barbaren geblieben.

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KÖNIG DER HERZEN.

Die Krönung von CHARLES III. ist ein gigantischer Anachronismus. Ich bin bis in den letzten Winkel meines Verstandes gegen diese Tradition der Adelsherrschaft, die mit dem Konzept der REPUBLIK endgültig ins Museum gehört.

Sie werden ihn, der seine Mutter im Moment ihres Todes beerbt hat, aber heute salben. Wie einst der Prophet Samuel den Saul als ersten König Israels. Ausdruck des Gottesgnadentums. Alter!

Und dieser grüngesinnte Birnemann hat die tierischen Bestandteile der Heiligen Salbe auch noch durch veganes Olivenöl ersetzt. Rühmt er sich. So buhlt die Monarchie um den Zeitgeist. Peinlich. Abgrundtief peinlich. Gottes Herrscher fährt heute in einer goldenen Kutsche durch die Stadt, zur Verzückung seiner Untertanen. Ein Mann, der seine Concubine geheiratet hat. Schon dafür gehört er gehängt. Wir wollten Lady Di, richtig?

Einräumend, dass dies alles eine pompöse Peinlichkeit ist, streikt mein Herz bei der Verachtung. Republikaner von Verstandesvermögen und aus Vernunftgründen, aber in der Seele doch beeindruckt. Wer als Staatsoberhaupt nur die abgeschmackte Vordergründigkeit eines Frank Walter Steinmeier hat, der versteht, auf welcher Sehnsuchtswelle Charles der Dritte schwimmt.

Womit ich bei Friedrich Merz bin und der Frage der beliebtesten Politiker. Unter den Top Ten haben die Sozis Olaf, den Zögerer, und Bumm-Bumm Boris, den Pistorius (lat. Bäcker). Die Grünen als ihre Helden den Vetternfreund Robert und die Kuhsine im Auswertigen. Die Gelben haben den Christian, König von Sylt, und einen Buschmann bei der Justiz. Und weiter beliebt unter den ersten Zehn, noch eine rote Trotzkistin und ein brauner Anstreicher aus Sachsen.

Was aber hat die größte Fraktion? Was haben CDU und CSU? Wen lieben die Menschen von den Schwarzen? Unter den Top Ten nur ein Konservativer: Friedrich Merz, der leere Anzug. So wird das nix. Politik ist die Inszenierung des Wünschbaren. Deep down in your heart. Siehe Obama, der vorgestern mit Angie im Ponte essen war; meist überschätzter Italiener der Stadt.

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ENTEHRUNG.

Der tragische Niedergang eines Charismatikers lockt die Heckenschützen an die Gewehre. Shooting the dead. Solche Schadenfreude ist mir fremd.

Mich irritiert, wie Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder öffentlich entehrt wird. Ich finde das schofel. Es ist mir peinlich.
Ja, vielleicht wirkt er selbst daran mit. Trotzdem ist es nicht in Ordnung.

Zu seinen Geschäften im Ruhestand, da sage ich nichts; es gab da schon vorher Gestalten, die sich meiner Verachtung sicher sein konnten. Daran habe ich nie einen Zweifel gelassen.

Der Mann hat große Verdienste. Zudem schätze ich ihn als Person. Ich habe seine Solidarität zwei, drei Mal in Anspruch nehmen müssen und er hat sie, was er nicht musste, gewährt. Das vergisst man nicht.

Was immer man von seiner nachdienstlichen Beratertätigkeit hält, wenn ich jetzt sehe, wer alles ihn wie abzumeiern sucht, auch von jenen, die ich noch als Speichellecker erinnere, das ist mir unangenehm.

Und seine Partei dabei in vorderster Reihe. Das sagt mehr über sie als über ihn.
Punkt.

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GREISE WEISE.

Der gnadenlose Spott des Donald Trump über die Altersschwäche seines Amtsvorgängers „Sleepy Joe“ Biden ist uns noch in Erinnerung, da wir Symptome fortgeschrittenen Alters bei ihm selbst präsentiert bekommen. Bei indigenen Völkern soll der Stammesälteste der höchste Würdenträger sein, weil man mit dem Greisentum die Erwartung höherer Weisheit verbindet; es kann aber sein , dass dies einer der vielen Mythen ist, die wir dem unsäglichen sächsischen Schwätzer Karl May zu verdanken haben. Ich verspreche mir von alten Männern wenig Weisheit. Auch meine generelle Vorliebe für Frauen endet, wenn diese zunehmend senil. Mutti ist eine unwürdige Greisin.

Ich erinnere von den Besuchen bei meinem fast hundertjährigen Vater in einem ganz ordentlich geführten Altenheim und von dessen Insassen, dass Zustände der Altersdemenz kein Vergnügen, jedenfalls keine Auszeichnung Gottes für große Urteilskraft. Er selbst lebte im Zwist mit der Tatsache, dass er, wie er völlig klar sagte, keinen Speicher mehr habe. Alter als Last. Trotzdem verehren wir an Konrad Adenauer, dass er sein Amt als erster Bundeskanzler 1949 mit 73 Lenzen auf dem Buckel antrat, das Attribut „der Alte“; er galt noch immer als Fuchs, da er mit 87 Jahren sein Amt verlor.

Gehen wir das Thema vom anderen Ende an. Wann ist ein Heranwachsender volljährig? Früher mit 21, dann 18; jetzt wird von einem Wahlrecht ab 16 gesprochen. Das dürfte übrigens der AfD weiteren Zuwachs verschaffen; das ist aber, wie Kipling sagt, eine andere Geschichte. Kipling ist übrigens mit dem Gedicht „If…“ berühmt geworden, in dem er die Konditionen aufzählt, die seinen Sohn zum Mann machen würden:

„Wenn du mit Menschenmengen reden und deine Tugend bewahren kannst,
Oder mit Königen wandeln kannst – ohne den Kontakt zum einfachen Volk zu verlieren, Wenn weder Feinde noch liebende Freunde dich verletzen können, Wenn alle Menschen für dich zählen, aber keiner zu sehr; Wenn du die unbarmherzige Minute ausfüllen kannst Mit einer Distanz, die sechzig Sekunden wert ist,
Dann gehört dir die Erde und alles, was darauf ist,
Und – was noch mehr ist – du wirst ein Mann sein, mein Sohn!“ Na ja, er verlor ihn in dessen ersten Fronteinsatz; nie verwunden.

Womit wir bei LONGEVITY sind, der Fähigkeit, der Natur ein Schnippchen zu schlagen. Im Hintergrund singt Bob Dylan „Forever young“, während faltige Greise Körner fressen, Blut tauschen und am Ende gar Organe. Wie irre die permanent Pubertären peinlicher Opas sind, lernt man, wenn sie von ihren Wünschen erzählen, nicht nur das Altern aufzuhalten, sondern es umzukehren. Der VIAGRA-Wahn, sein Wasser nicht mehr halten können, aber auf Erektionen hoffen. Meist beginnt es mit dem Austausch der Partnerin, die nun entfernteren Generationen entnommen wird. Einige werden mit achtzig noch schwul. Soll sein, mir egal.

Ich erwähne abschließend, dass ich so alt bin, wie Adenauer bei Amtsantritt und für geeignete Angebote offen. Kann mal jemand den Dylan lauter drehen?