Logbuch
SIEDEWASSERREAKTOR.
Jetzt geht der letzte deutsche SIEDEWASSERREAKTOR vom Netz. Eine Technik aus den fünfziger Jahren. Ich habe eine ganze Reihe davon besichtigt, in Deutschland und einen in Schweden. Die Biester haben nur einen Kreislauf. Weiß irgendjemand, wovon die Rede ist?
Wasser wird zugleich als Moderator der Kernreaktion genutzt und als Prozessdampf. Der DRUCKWASSERREAKTOR hat einen Wärmetauscher, also zwei Kreisläufe. Sicherer. Bin trotzdem mal in der Sicherheitsschleuse hängen geblieben. Unnützes Wissen, das kümmert kein Schwein mehr. Der Reaktor in Tschernobyl, der durch Fehlbedienung havarierte, war GRAPHITMODERIERT; Graphit brennt, Wasser nicht. Interessiert das hier noch jemanden? Nein.
Wir sind ausgestiegen, nachdem wir wieder eingestiegen waren, nachdem wir schon ausgestiegen waren, weil es in Japan ein Erdbeben im Meer gab, mit einer Flutwelle, die doppelt so hoch war, wie die Schutzmauer um das Kernkraftwerk in Fukushima. Überflutet, abgesoffen. Folge: CHINASYNDROM, die Reaktoren brannten durch. By the way: Warum sind Kernkraftwerke immer nah am Wasser gebaut? Interessiert keinen Menschen mehr.
Mit all meinem nutzlosen Wissen kann ich bestenfalls auswandern. Aber so viel ist das gar nicht, unter uns. Über ERDGAS wüsste ich mehr. Oder MINERALÖL. Auch wertlos. Ich bin der Enkel vom Bergleuten. STEINKOHLE? Völlig aus der Zeit. In Deutschland.
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KEINE MEINUNG.
Zur Corona-Pandemie habe ich keine Meinung. Jedenfalls äußere ich keine. Schon gar nicht zum Milieu der Reaktanz. In eine Güllegrube tropft man keinen Schampus. Eine Ausnahme heute.
Eine anständige Familie polnischer Zuwanderer, hier jetzt mit Job und Häuschen, Kinder in der Schule, kreuznette Leute, teilt mir bei einem Bewerbungsgespräch um einen Nebenerwerbsjob mit, dass sie nach reiflicher Überlegung entschieden habe, sich auf keinen Fall impfen zu lassen. Man ist über die aktuelle Verordnungslage auch in diesem Bundesland bis in Details informiert; aus dem Internet. Trotzdem… Verdacht: Telegram.
Jetzt lese ich im TAGESSPIEGEL eine Reportage, die die Böll-Stiftung gefördert hat, dass es im Herkunftsland meiner Gesprächspartner eine Meinungsbildung von Priestern der Katholischen Kirche gebe, sich auf keinen Fall impfen zu lassen, weil der Impfstoff aus dem Blut abgetriebener Föten hergestellt werde. Der blanke Irrsinn. Verdacht: PiS.
Den Job habe ich ihnen nicht geben können. Ich fürchte, sie sind durch Stimmen aus der alten Heimat so gründlich fehlberaten; ich weiß es nicht. Aber, so denke ich, hoffentlich überleben sie das und jene, die sie möglicherweise, wenn unerkannt infiziert, noch infizieren.
Man sagt: „Die Zivilisation ist nur ein dünner Firnis, darunter brodelt die Barbarei.“ Vielleicht ein falsches, weil zu kräftiges Wort. Aber es ist eine dünne Decke, die VERNUNFT, mancherorts eine ganz dünne. AUFKLÄRUNG ist eine Hoffnung, mehr nicht.
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WAHRE PREISE.
Tofu-Terror: Die grüne Verbotspolitik greift nach den Lebensmitteln. „Preise müssen die Wahrheit sagen“, so Frau Künast. Ihre Wahrheit. Eine Gesundheitsdiktatur formt sich, gegen normale Bürger.
Was die einfachen Menschen essen, das soll gesund sein für sie selbst und die Natur. So die neue Staatsräson. Die Grünen wollen über eine vorsätzliche Verteuerung entscheiden, was die Menschen essen. Wurst teuer, Möhre billig. Man will staatlich die Fehlernährung korrigieren, insbesondere der Bürger mit niedrigem Einkommen. Wir werden entmündigt. Jedenfalls die Normalverdiener, die es sich nicht mehr leisten können. Kaviar und Austern außen vor; da sind die Preise schon wahr.
Preise rauf! Aber zu unserem Guten und dem der Natur. Das ist TOTALITÄR im Wortsinn. Nicht nur mein Abendbrot unterliegt dem Urteil der Grünen, auch „die Natur“, der ganze Planet. Dazwischen wird eine ohnehin hoch subventionierte Landwirtschaft mit weiteren Profiten belohnt, soweit sie deutsch ist und kleinteilig und zur politischen Klientel der Grünen gehört. Das TOTALITÄRE des schwäbischen Protestantismus.
Künast ist eine Idiotin der Ökonomie; sie kennt den Unterschied von KOSTEN und PREISEN nicht. Preise spiegeln Wettbewerbsverhältnisse am Markt, aber doch nicht, Herr hilf, die WAHRHEIT. Das Leben wird nicht wahrhaftiger, wenn bei Lidl die Kasse noch mehr klingelt. Welch eine Naivität. Vor allem, wenn die WAHRHEIT eine IDEOLOGIE ist. Eine Ideologie, die Eiweiß von Tieren verdammt, aber aus Erbsen seligspricht. TOFU-TERROR: VEGETARISCH oder besser VEGAN als Staatsräson.
Dass Hitler Vegetarier gewesen sein soll, das erwähne ich hier nicht. Aber dass eine GELENKTE WAHRHEITS-DIKTATUR nicht meinem Verständnis von FREIHEIT &GLEICHHEIT&BRÜDERLICHKEIT entspricht, das schon. Ich gebe meine Rechte als CITOYEN nicht bei Aldi oder Tönnies ab, eh klar, aber auch nicht bei Demeter oder auf dem symbolträchtigen Bauernmarkt; auf dem ich mit einem Bastkörbchen Erdäpfel und solche von der Fallobstwiese zusammenklaube, weil es bei uns „Himmel & Erde“ geben soll. Mutti am Herd wartet schon. Gottesfürchtig & erdverbunden. Die braune Tradition der Grünen.
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Legale Kinderpornos? Ekelhaft
FKK-Fotos von Kindern, und zwar harmloser Natur, jedenfalls legaler, stehen im Hintergrund der jüngsten Staatskrise. Ein Bundestagsabgeordneter räumt ein, sich Aktbilder von Knaben im Internet besorgt zu haben, über einen Zeitraum von fünf Jahren in erheblichem Umfang. Mit dem Bekanntwerden dieser Tatsache war er politisch erledigt. Und er hat rechtzeitig (vielleicht zu rechtzeitig) die entsprechenden Konsequenzen gezogen. So weit, so gut; oder so schlecht.
Wer eine Vorliebe für Kinderpornos öffentlich einräumt, kann auf Nachsicht der Medien und des Mobs nicht hoffen. Kinderschänder, tatsächliche oder vermeintliche, sehen sich meist einer Lynchstimmung gegenüber, die ein Unrecht unter allen Umständen zu sühnen sucht und dabei zur Not ein weiteres begeht. Ich habe, bevor das alles bekannt wurde, Sebastian Edathy als anständigen Menschen kennengelernt und wusste nichts von den Schattenseiten seiner Seele, die nun unseren Zorn erwecken. Es geht mir aber auch nicht um den Täter, sondern um die Tat.
Vor bald zwanzig Jahre hatte ich die Ehre, einen sehr berühmten britischen Maler kennenzulernen, Lucian Freud, Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Er war einer der begehrtesten Porträtmaler und selbst die Queen hat ihm Modell gesessen. Freud pflegte einen gewaltigen, zum Teil gewalttätigen Realismus und hatte eine Obsession zu nackten Körpern. Ich traf ihn auf einem Empfang von Francis Bacon, seinem Malerkollegen, irgendwo in Chelsea, und die beiden zogen ein Besäufnis ab, das, wie ich von denen hörte, die es länger ausgehalten hatten als ich, gegen Morgen infernalische Züge annahm und nicht frei von derben homosexuellen Übergriffen war. So sind sie, die dionysischen Seelen, dachte ich. Von Stund an gehörte ich zu den Bewunderern des groben Realismus aus der ekstatischen Malerei Freuds.
Ich kann auch noch auf die Stunde genau sagen, wann das endete. In einem Katalog, den ich in einer Mailänder Ausstellung erwarb, sehe ich das wirklich obszöne Aktbild eines jungen Mädchens. Man war bei Lucian Freud an sehr voluminöse ältere Frauen und raue Gesellen gewöhnt, aber eben nicht an Mädchen. Ich erfahre, dass das Modell seine minderjährige Tochter war, die mit der Einlassung zitiert wird, dass sie so wenig von ihrem häufig abwesenden Vater gehabt habe, dass sie das Modellliegen als Zuwendung empfunden habe. Nun liegt sie dort vor den Augen der Welt, ihre Scham nicht verbergend. Rundheraus ekelhaft. Damit war der Fall Freud für mich erledigt. Ich schaue heute weg, wenn ich was von ihm sehe. So ein Arschloch.
Zweiter Fall. Das Museum Folkwang in Essen hat in diesen Tagen eine Ausstellung mit „Bildern des Begehrens“ abgesagt, die sich den Fotoarbeiten des Malers Balthasar Kossowski de Rola, genannt Balthus (1908 bis 2001) widmen sollte. Ein acht Jahre altes Mädchen war von ihm in 2400 Polaroids verewigt worden, teils in Posen, die gespreizte Beine einschlossen. Die Kunstkritik bemerkt in seinem Werk eine unmittelbare Lüsternheit, die auf pädophiler Gier beruhe. Nehmen wir mal an, dass die kunstgeschichtliche Relevanz des Werkes unzweifelhaft ist, rechtfertigt das eine Ausstellung? Oder handelt es sich bei der Absage um einen Akt der Zensur? Man kann nun die Weltliteratur nach den Lolitas durchstreifen oder die Wandervögelalben nach Schnappschüssen von unverdorbenen Pfadfindern beim Baden. Es geht nicht um die Abbildungen, sondern um die Augen des Betrachters.
Unausgesprochen wirkt bei den Betroffenen und ihrer Lobby das Argument, dass die Onaniervorlagen ja ein privates Vergnügen seien und das Privatleben auch von Abgeordneten niemand etwas angehe. Die Triebabfuhr bei legalen Pornos verhindere, so höre ich als weiteres Argument, tatsächlichen Missbrauch. Ich will mich auf diese Debatte nicht einlassen, weil sie am Kern vorbei geht. Wenn alle Tabus dieser Welt fallen mögen, eines stelle ich nicht zur Disposition: Kinder sind unsere Schutzbefohlenen. Sie haben jedes Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit. Balthus und Freud sind für mich verachtenswert. Ob das auch für Edathy gilt, dazu kann er sich nun äußern. Wir werden ihm zuhören. Geben wir ihm eine faire Chance. Wie gesagt, auf mich hat er immer einen guten Eindruck gemacht. Ich will wissen, ob und wo ich mich getäuscht habe.
Quelle: starke-meinungen.de