Logbuch

HEIMARBEIT.

Warum Hausarrest und räumlicher Entzug des Arbeitsplatzes sowie die zweckwidrige Nutzung der privaten Wohnung für Erwerbstätigkeit eines ENGLISCHEN Wortes bedurften, wissen die Götter. HOME OFFICE, was für ein albernes Wort für den Umstand, dass die wenigsten Familien über Immobilien verfügen, die eben das auch räumlich vereinbar machen, eine Familie zu haben und deren Lebensraum als Büro zu nutzen. In den großzügigen Villen der Vorstädte mag das klappen und bei Mittelständlern, die schon immer „selbst & ständig“ ran mussten. Oder bei den Beamten , die noch nie ins Büro mussten und wesentliche Teile ihres Tagwerks im steuerlich privilegierten „Arbeitszimmer“ verrichten durften. Aber viele Mieter erleben seit Monaten einen eigenen Stress. Man hat sie zu Klosterbrüdern und Nonnen gemacht, ohne ihnen eine Kathedrale und die Großzügigkeit einer Klosteranlage zu bieten. Eingesperrt in eine Zelle, das ist Knast, nicht Kloster. Vor allem aber fehlt die STRUKTUR DES LEBENS. Das gilt biologisch; wir brauchen die Nacht. Zu ununterbrochenem Schlaf. Und wir brauchen Mahlzeiten in festem Rhythmus. Das gilt aber auch kulturell. Wir brauchen Rituale und Geselligkeit. Der Tagesablauf im Klosterleben ist eisern geteilt, in Beten und Arbeiten, beides in kleinen Portionen, die ihre strikte Ordnung haben. Endlose Tage gehören zum Terror einer Irrenanstalt. Wenn die Struktur des Lebens fehlt, geraten Kinder nicht. Und Erwachsene werden deviant wie Rentner mit Käfigsyndrom. Es beginnt mit der Kleidung, die Disziplinlosigkeit, und setzt sich bei der Hygiene fort. Wir werden gerade ein Volk von Pennern. Wer sein Bett nicht mehr macht und in Jogginghosen durch den Tag kommt, hat sein Leben aufgegeben. Man wird die FABRIKGLOCKE noch bitter vermissen. Mag sie auch früher verhasst gewesen sein, die Knute des Kapitalisten, aber ihre Kehrseite war der FEIERABEND. Dann hatte der Arbeitgeber sein Recht verloren; das Proletariat gehörte sich selbst. Im Bergbau gab es zu Schichtende am Werkstor aus der Kelle einen halben Liter Schnaps. Pro Mann. Und dann ging es in die Eckkneipe oder gleich heim zu Mutti. Alles klar?

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NICHTSSAGEND.

Wenn man schon Slowhand lobt, wen könnte man aus der Welt von Rock & Pop als Pausenzeichen würdigen? Nicht nach dem Medienecho, sondern aus erlebtem MEET & GREET? Mein Vorschlag: John Bon Jovi. Bei Amis muss man immer Abstriche machen, aber dieser junge Mann, der hat das gewisse NICHTS.

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KORREKTUR.

Christian Lindner, ex BamS und ex RHEIN ZEITUNG, ist jetzt im Bremischen, nicht im Friesischen, wie ich fälschlicherweise annahm. Keine Aalräucherei? Ha! Ein Hanseat! Das könnte was werden, downstream, vom Mittelrhein an die Weser... Ich war in Erdkunde nie so richtig gut.

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Die Banken in Volkes Hand

Wenn das Volk kein Brot hat, soll es doch Kuchen essen. Die Armut kommt von der Poverte. Und das Problem unserer Wirtschaft sind die Banken. Schon der zum Bundespräsidenten aufgestiegene Sparkassenpräsident Horst Köhler hat vom Monster des Kapitalmarktes gesprochen.

Banken sind so böse, weil sie gierig sind. Sie nehmen Zinsen und Zinseszinsen. Ob das ethisch in Ordnung ist? Jesus jedenfalls hat die Geldwechsler aus dem Tempel getrieben; Tempelreinigung genannt. Müssen wir unsere Welt von den Banken reinigen? Bedingungsloses Grundeinkommen, Zinsverbot und Freibier für alle. Jedenfalls nicht Champagner und Koks für Banker. So geht das Piratenlied.

Besonders übel sind Investmentbanken. Keine Ahnung, was das ist, eine Investmentbank, im Unterschied zu einer normalen Spaßkasse. Jedenfalls ist die Spaßkasse nicht gierig. Sie ist nicht in Händen von Heuschrecken, sondern gehört der öffentlichen Hand. So wie die Volksbanken, die in den Händen des Volkes sind.

Schon mein Großvater mütterlicherseits hat gewusst, wie man das Problem löst: “Expropriiert die Expropriateure.“ Den Spruch hatte er von Teddy Thälmann, dem Vorsitzenden der KPD. „Enteignet die Enteigner.“

Mein Opa Heini war in seiner Jugend Kommunist und hat mit Kreide an den Grubenhund geschrieben: „Die Gruben in Volkes Hand!“ Dafür wurde die Förderung vom Steiger genullt; das Gedinge blieb lohnfrei. Nichts zu beißen, wegen politischer Umtriebe. Bald hatte der Berg ihm die Wirbelsäule gebrochen, ein Knappschafts-Krüppel, Invalide genannt, was aus dem Lateinischen kommt und „nichts mehr wert“ heißt.

Nachdenkend fallen mir drei Gründe ein. Zunächst mal, das mit der DDR hat irgendwie nicht so richtig geklappt. Auch Kuba gefällt mir nicht so richtig. Dann habe ich gelernt, dass in der jüngsten Finanzkrise die mit Abstand größten Verluste jene Banken gemacht haben, die schon in öffentlicher Hand sind. Bei den Spaßkassen der Bundesländer war ganz schnell Schluss mit lustig. Irgendwie will ich der Kaste der Politiker von Lafontaine bis Mappus nicht meine finanzielle Zukunft verdanken müssen.

Nun gut, es gibt aber auch moralisch erhabene Politiker, nämlich die der SPD. Das wäre meine letzte Hoffnung. Käme ich nicht aus NRW, wo Sozis die Landesbank zum Moloch ausgebaut hatten. Und wohnte ich heute nicht in Rheinland-Pfalz und Berlin, wo Herr Beck den Nürburgring saniert hat und Herr Wowereit gerade einen Weltstadtflughafen eingeweiht. Bitter, bitter.

Was also will ich: Die Banken bitte nicht in Volkes Hand! Man soll den Kapitalismus von jenen betreiben lassen, die das wirklich können. Ich hatte kein Problem mit Joe Ackermann oder dem blasierten Inder, der ihm gefolgt ist.

Aber die Parlamente und die Wirtschaftspolitik, die gehören dem Souverän. Die Politik in Volkes Hand! Wenn Sigmar Gabriel das gemeint hat, dann wähle ich ihn. Das wird dann auch dem politischen Erbe meines Opas gerecht, der die Sprüche Teddy Thälmanns im Alter durch „Willy wählen!“ ersetzt hat.

Und den Politikern, den kann man zwar nicht in den Aufsichtsräten der Banken trauen, aber in Regierungsämtern? Unsinn! Man muss drauf achten, dass sie für das geliehene Vertrauen auch Zinsen zahlen. Sonst führen sie das bedingungslose Grundeinkommen ein, für sich selbst.

Quelle: starke-meinungen.de