Logbuch

Wie wird ein FÜHRER Führer? Im Wolfsrudel setzt sich der stärkste durch. So erhält sich die Art. Gilt wohl für alle Tiergesellschaften, weshalb der Hirsch ein mächtiges Geweih hat. Und der Mächtigste am Ende zur Begattung schreitet. In Menschengesellschaften ist die Kennung der STÄRKE überlagert durch ein Kalkül. Wir sind Tiere mit Hinterkopfallüren. Man wählt jenen Bewerber zum Vorsitzenden, von dessen Erfolg man sich selbst den größten Eigennutz erwartet. So hat die CDU das „Mädchen“ (Kohl) aus der DDR ertragen, im sekundären Nutzen: sie konnte Wahlen gewinnen, von denen das Parteivolk sich Parlamentssitze versprach. Parteiendemokratie. So funktionieren auch die GRÜNEN, im strukturellen Opportunismus. Man will mit möglichst vielen Grünen an möglichst große Fleischtöpfe, also propagiert man, was das möglich macht, mit jenen Figuren, die das möglich machen könnten. Sekundär motiviert und opportunistisch. Im Kalkül auf Volkeswille. So geht dort Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur. Die SPD ist da anders. Sie agiert egoman und primär motiviert. Nabelschau statt Hinterkopf. Hier wird der Hirsch gewählt, von dem keine Begattung zu fürchten ist. Das Mittelmaß der Appartchics wählt jenen, von dem es, das Mittelmaß, innerparteilich keine Führung befürchten muss. Man kann den Angstschweiß unter der Nase von Olaf Scholz, der Sprechpuppe, förmlich sehen; das beruhigt die Partei. Oder man nehme im SPD-Parteivorsitz den Mann mit den Glasbausteinen und die Frau mit dem bösen Mund: natürlich kein Hauch von Charisma. Deshalb sind sie ja da. Führung entscheiden die Begattungsunwilligen. Und zwar nach der Frage: Ideologisch gewollt? Da muss der Wähler dann anschließend durch. Ich zögere wegen der Missverstehbarkeit des Vergleichs, aber BINNENSOZIOLOGISCH ist die AfD wie die SPD. Beides keine modernen Parteien. Und die FDP? Das weiß ich nicht. Ich sehe in dem Lindner immer nur den Bubi. Kein Geweih, keine Führung, kein Begattungswille. Das ist das Erbe des Herrn Westerwelle mit der 18 auf den Schühchen; Noppensockenträger. Fazit: Die Parteien wissen nicht so recht, wer sie führen soll; ich weiß nicht, wen ich wählen soll. Ein Dilemma. Aber die Logik ist umgekehrt. Weil ich als Wähler so unentschieden bin, wissen die nicht, wen sie auf mich ansetzen sollen. Die MÜDE Republik.

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Der SIEGESZUG des WEIZENS ist eigentlich nicht zu verstehen. Unser TÄGLICH BROT gib uns heute. Oder die Pasta. Oder den Kuchen. Ich meine mit Weizen jedwedes Getreide. Den REIS lassen wir mal außen vor (kriegen wir später). Warum konzentrieren sich die JÄGER und SAMMLER auf ein so kompliziertes Produkt, das Sesshaftigkeit verlangt? Und, selbst wenn nach Monaten geerntet, aufwendigste Zubereitungstechniken? Das KORN muss gemahlen werden, geschrotete; ein wesentlicher Aufwand. Es klappert die MÜHLE AM RAUSCHENDEN BACH. Früher gab es den Volksglauben, dass der Müller mit dem Teufel im Bunde stünde; er säte nicht, erntete nicht und doch wurde er dick und fett. Das staunt der Bauer. Der Müller lebt davon, dass man Korn nicht essen kann. Und natürlich dem Delta bei der Verarbeitung. Noch früher saßen Frauen vor den Höhlen und hatten mit Mahlsteinen eine harte Arbeit zu tun. Krumme Knochen. Das KORN gibt seinen Nährwert nur als Mehl her; es muss aufwendig geknackt werden. Sonst geht es dem Hungrigen wie dem Tropf, der zwar eine Konservendose hat, aber den Dosenöffner verlegt. Noch tragischer: ein schöne Flasche Wein, aber keinen Korkenzieher. Weizen, Gerste, Mais werden Monokultur, weil die Natur sie als KORN bringt, in sehr stabilen Kleingebinden, die nicht nur Lagerfähigkeit, sprich Haltbarkeit, garantieren, sondern auch Handhabbarkeit. Das braucht die Bevorratung wie der Handel. Korn war transportabel, speicherfähig und wie Geld! Denn ein Korn ist von Natur aus in einer Konservendose. Es ist die Verpackung, nicht der Inhalt. Ohne Korntürme wär das schwer geworden im Alten Rom mit BROT & SPIELEN. So ist das. It‘s the packing, stupid.

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Man darf nur Lokales! Vom Bauernmarkt um die Ecke. Sonst ist man ein Menschheitsvernichter. Sogar auf dem EDEKA-Laster steht, dass er nur Regionales hat. Änderungen der Esskultur. Skandale: Erdbeeren aus Israel. Tomaten aus Holland. Gurken aus Portugal. Rosen aus Kamerun. Nach der Entsaisonalisierung kam die Entregionalisierung. Nur so konnten sich die großen Monokulturen lohnen. Beides geht einher, dritter Mega-Trend, mit der Ethnisierung der Küchen. Man ging ZUM ITALIENER für die Pizza, ZUM CHINESEN für die 97 süß sauer. DER KROATE kam und DER GRIECHE. Uozo aufs Haus. Dönerbuden an jeder Ecke, Sushi wurde verlangt. In London sehe ich, völlig skurril, ein Stand mit deutscher Bratwurst, und zwar der Thüringer Art, bei der die Rohwurst ja aussieht wie ein schlecht gefülltes Kondom. Spreche den Verkäufer auf Deutsch an; er kommt aus Gotha. Aber nicht immer ist es autochthon. Es kommen in Mode Restaurants mit FUSIONs Küche. Inder übernahmen in Berlin Tandorri-Grill-Buden mit Döner, dänischen Würstchen als heißer Hund sowie Curry im Darm mit Schranke (Pommes rot weiß). Es wird bunt; was mich natürlich nicht stört. Aber auch kompliziert. Ich lerne, dass es VIETNAMESISCH sein muss, nicht einfach nur 97 süß sauer beim Chinamann. Der Trend der kulinarischen Ethnisierung ist natürlich nur eine Pseudo-Ethnisierung, ein Mode mit vermeintlich nationalen Farben. Und dann sagt mir eine Berliner Freundin, sie kaufe im WEDDING bei einem bestimmten Metzger, weil der nur regionale Produkte habe. Kühe im Wedding? Kühe aus dem Wedding? Kühe nur aus dem Wedding ? Ich glaube, dass jene auf REGIONALEM stehen, also beim Essen, die das auch sonst in ihrem Leben als bindendes Prinzip beherzigen. Inzucht.

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Mutti Neuland im Vaterlandsverrat?

Die Sozis hat man dereinst vaterlandslose Gesellen genannt. Dahinter stand ein reaktionäres Begehren gegen den Friedenswillen der Sozialdemokratie. Es war ein nachhaltiger Rufmord, an dessen Tilgung die demokratische Linke bis heute arbeitet. Im Zweifel ist man hier staatsmännischer als jene, die das Deutsche des Vaterlands gegen alles Fremde wohlfeil auf den Lippen führen.

Ob die Konservative Merkel mit ihrer Unterwerfung unter die amerikanischen Spähneigungen nun gegen nationale Interessen verstoßen hat, darüber empören sich jene, denen das im Wahlkampf nützt. Was aber sind die Interessen der Nation? Und warum stehen sie im Gegensatz zu denen der Engländer oder der USA?

Verteidiger der amerikanisch-deutschen Transparenz verweisen darauf, wo sich der Whistleblower mittlerweile aufhalte. In Russland. Dort darf er bleiben, wenn er nicht mehr öffentlich singt. Also wird es Gesangsstunden intimerer Art für den KGB geben, wie auch immer der heutzutage heißen mag. Davon versteht Herr Putin was.

Wenn das Verrat ist, so muss es sich bei Putins Schlapphüten um die Agenten einer feindlichen Macht handeln. Man versteht das Argument vor dem Schema des Kalten Krieges. Oder dem Antikommunismus, der den Bolschewismus fürchtet. Die Fratze des Iwan soll schrecken.

Das sind die Schlachten der Vergangenheit, aus Weltkriegen, in die uns unsere Großväter und Väter geritten haben. Ich sehe weder die amerikanische noch die russische Invasion an irgendeinem Horizont. Ohnehin denke ich mich als Europäer. Europa geht bis an den Ural. Und steckt in einem transatlantischen Bündnis. Der Westen ist meine politische Heimat.

Nun sagt man mir, dahin würde die  Reise aber gehen, mit Herrn Putin, manche meinen sogar mit Herrn Obama. Gut, dann bin ich auf der Barrikade. Aber das ist keine nationale Frage, sondern eine politische. In eine Diktatur folge ich auch keinem deutschen Führer. Dazu ist mein Vaterland in der Vergangenheit schon zu tief gesunken.

Welche Interessen sind wirklich bedroht durch die als Terrorspähdienst verharmloste Spionage? Die meiner Privatsphäre. Das Ausmaß dessen, was wir erfahren, riecht nach einem totalitären Staat. Das kann man nicht wollen. An meiner Wohnungstür hat der Staat sein Recht verloren. Postkarten darf jeder lesen, Briefe nicht.

Das Recht der Personen entspricht dem Recht der Unternehmen. Wirtschaftsspionage fremder Unternehmen kostet bei den anderen Lohn und Brot. Dabei ist mir die nationale Frage egal. Es kann nicht sein, dass unsere Ideen gestohlen werden, um anschließend unsere Arbeitsplätze zu stehlen. Ich will hier arbeiten, nicht in Nordchina.

Wer nicht in den  Vaterlandsfragen der Vergangenheit schwelgen will, wird nach seinen wirklichen Interessen fragen müssen. Die Privatsphäre wie das industrielle Knowhow sind aber Fragen des Eigentums, des Privateigentums. Dessen Vergesellschaftung im Internet muss der Kampf gelten. Wer das nicht versteht, ist doof oder Pirat oder beides.

Das Internet ermöglicht technisch einen rigorosen Urkommunismus, den es zu bekämpfen gilt. Die Spionage ist nur eine Sonderform dessen, was das „Neuland“ (Merkel) technisch ermöglicht. Die unpolitische Glorifizierung des weltweiten Netzes ist naiv oder verbrecherisch. Die Menschenrechte stehen nicht zur Disposition.

Die technologische Uhr wird man nicht zurückdrehen. Die Erfindung der Schwarzen Kunst des Herrn Gutenberg hat der Katholischen Kirche die Reformation beschert. Aber wir haben gelernt, auch gegen eine rotierende Massenpresse unsere Grundrechte zu verteidigen; jedenfalls diskutieren wir im Print darüber.

Quelle: starke-meinungen.de