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Ob er Vorkasse bei Lieferung von Zuschnitten verlange, wird der örtliche Handwerker gefragt. Brüske Antwort: „Nicht im Westerwald.“ So ist sie, die vermeintliche Provinz. Herzerfrischend.

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Europa hat sich seiner karolingischen Identität versichert. Aachen sollte wieder Hauptstadt werden, könnte gescherzt werden. Westminster fehlt. Man kann diskutieren, ob dies der wirkliche Kollateralschaden des Brexit ist. Und die Fürsorge Deutschlands für Italien und Spanien hat auch eine Geschichte, die für viele nicht frei von Assoziationen ist.

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Wirecard in den Nachrichten, dazu vagabundierende Spekulationen. Erst jetzt. Vor Wochen, wenn nicht Monaten hörte ich schon in Southwark, London, davon; Redakteure der FinTimes betranken sich im Bedales, Borrow Market. Später waren bohrende Fragen auch im Blatt. In Deutschland Vorwürfe der Insider-Geschäfte, auch gegen das pinke Blatt. Bei den Investigativen hierzulande aber an Aufklärung nichts, ich habe jedenfalls rein gar nichts gesehen. Das Unternehmen saß in der Nähe Münchens. Wäre nicht so ganz abwegig gewesen.

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DER DUMME AUGUST.  

Ich bin kein gelehrter Kenner der Antike, stehle mir aber aus dem Alten Rom diese und jene Weisheit; was den Cognomen Cato begründet. Jüngst gilt es zu ergründen, was den Begriff des CÄSARENWAHNS geprägt hat.

Offensichtlich kam es am Tiber zu einem Fieber, dass die Vorsteher der Republik nicht mehr nur glauben ließ, sie seien „primus inter pares“, sprich der Erste unter Gleichen, also Inhaber eines republikanischen Amtes, sondern halbe Götter, wenn nicht ganze. Das erzeugte unter den dergestalt einem König („rex“) unterstellten Bürgern Zorn. Es erklang in den Gassen Roms: „Man werfe den Tiberius in den Tiber!“ Tiberius in tiberim!

Nicht jeder schaffte es daher zum „Erhabenen“, im Lateinischen „augustus“, so wie der kluge Octavian, dem das Schicksal des ermordeten Cäsars eine Warnung war. Augustus, so dann der Cognomen des Octavian, beseelte das Kalkül, dass man zwar für sein Ansehen sorgen kann, aber nicht nach der Königskrone greift oder sich selbst zu Lebzeiten vergöttert. Denn die APOTHEOSE, die Erhebung des Erhabenen zu einem Gott, die steht stets am Ende des Staatstheaters. Das ist der letzte Akt. Und tschüss.

Das sollte man dem dummen August erläutern, der sich gerade in den Sozialen wie Jesus kleidet und dessen Stellvertreter auf dem Stuhl Petri. Gottesgnadentum. Freilich verdanken wir den Possen der Neuen Rechten ein wirkliches Bonmot. Der Papst sei, sagt der peinliche Potentat zusammenfassend, eine „liberale Person“. Das ist als Diskreditierung gemeint. Ach, wenn Luther das noch hätte miterleben dürfen.