Logbuch
Mich regiert das Licht (die Sonne), Euch der Schatten. Sagt wer? Ja, der Redenschreiber von Sleepy Joe. Der das bei einer afroamerikanischen Autorin geklaut hat. Bürgerrechts-Mythos. Hilft nicht gegen den WASP namens Trump. Schlechtes Plagiat, zu schwülstig. Aber es ist natürlich älter. Es sagt eigentlich der GNOMON. „Wassen dassen?“ GNOMON? Der Zeigestab der Sonnenuhr. Der den Schatten wirft, an dem der Sonnenstand und damit die Tageszeit zu sehen ist. Wenn die scheint... Der darf das aber sagen , weil es bei ihm ja stimmt. Ein plausibles Pragmasymbol, würde mein Lehrer sagen. Im Original: „Sol me vos umbra regit.“
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Joe Biden ist das Licht. Nicht die Finsternis. Dramatisch unterkomplex. Aber Wahlen können immer nur Akklamationen sein. Daumen hoch oder runter. Kann man normativ so fassen. Der Sauerländer (vulgo Carl Schmitt) soll das so versucht haben. Nun gut, es bleibt aber bei der Bindungslosigkeit jeder VOLKSABSTIMMUNG. Der Wähler hat jede innere Freiheit völlig frei und ganz heimlich zu entscheiden, wonach er gerne gefragt worden wäre und dann eben nicht die gestellte, sondern die gewünschte Frage zu beantworten. Demokratien gehen nur repräsentativ, auch dann schlecht, direkt aber gar nie.
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Meinungsjournalismus ist ein anstrengendes Geschäft. Klassisch vermelden Medien Aktualitäten, das Neueste aus aller Welt, am liebsten Sensationen. Da will dann niemand etwas verschlafen haben. Wer eine Meinungskolumne zu bedienen hat, ist in einem anderen Wettbewerb zu seinen Kollegen, er will eine besondere Ansicht zu einer bekannten Sache präsentieren. Um damit die Vorurteile seiner Stammleser immer wieder aufs Neue zu bestätigen. Darum lieben die Fans ihre jeweiligen Meinungsmatadore; sie meinen stets was Schrilles, das man selbst aber schon immer so gefühlt hat, aber nicht zu sagen wagte. Der Meinungsjournalist darf alles, nur nicht langweilen, obwohl er einen ganz überschaubaren Kreis von Ressentiments bedient. Es gibt da nicht viele Spielzeuge in seiner ideologischen Krabbelkiste. Deshalb werden die „opinion columns“ immer abgedrehter. Relevanz ist kein Kriterium mehr. Es dreht sich die Haarspalterei der Inquisition in einer Spirale. Der Exzess dessen findet auf Twitter statt. Wenn man es durchschaut hat, sind das Rituale, die ermüden.Vergleiche menschlichen Verhaltens mit dem von Tieren sind akademisch irgendwie aus der Mode. Zu Unrecht. Sehe diesen Film über Auerhähne. In der Biologie „der theatralische Ur-Hahn“ genannt. Sein, die Begattung einleitendes, Tanz- und Gesangsverhalten nennt sich BALZ. Diese Vögel führen es auf dem BALZPLATZ auf. Balzen auf dem Balzplatz. Alle Männchen posieren und plärren vor allen begattungswilligen Weibchen. Die besten Balzer bestimmen die Performance , dann die Kultur und am Ende qua Evolution die Art. So, genauso geht TWITTER.
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ZU DEN PROZEDUREN.
Wenn mich nicht Geschäfte in die Mauern der Metropole zwingen, lebe ich im Westerwald. Man kann von mir insofern gern als Waldmenschen reden, fällt mir auf, da ich gerade in einem Büchlein aus meiner Handbibliothek stöbere, das sich „Herzensergießungen eines kunstliebenden Waldmenschen“ nennt, 1796 anonym erschienen. Erworben habe ich das recht bestoßene Exemplar anlässlich eines Ausflugs in ein entfernteres Mittelgebirge, die Märkische Schweiz, auf einem dortigen Flohmarkt. Dazu sind zwei, drei Anmerkungen fällig.
Erstens ist es nicht zu verstehen, warum der schwärmende Tourismus im späten 19. Jahrhundert alle möglichen Hügeleien mit dem Hochwertattribut, den Schweizer Alpen vergleichbar zu sein, versehen hat; man spricht von der Sächsischen und der Märkischen Schweiz. Über den Westerwald wird aber nur rumgemeckert. Über seine Höhen zöge der Wind so kalt. Wie vordergründig. Das tadle ich als Waldmensch.
Zweitens ist entsetzt, wer in der Märkischen Schweiz das Örtchen Buckow aufsucht und die Idylle nachfühlen will, in der der große Bert Brecht seine Buckower Elegien geschrieben hat, wenn ihn nicht der Chauffeur an den Schiffbauerdamm zu Berlin ins Theater fuhr. In der spießigen Siedlung am See steht noch das alte Haus, den Garten aber haben sie mit einer ausgedehnten Bretterbude übelster Architektur verschandelt, die sich Museum nennt. In seiner Piefigkeit monströs. Ein Skandal.
Drittens, da ich schon meinen Zorn runterzähle, nennen sie die Bude das „Weigel-Brecht-Haus“, ein Exempel woker Idiotie. Der Alte hat da mit drei seiner Konkubinen gehaust; so fängt es mal an. Und dann dieses autoritäre Matriarchat der DDR-Kulturpolitik, ein Margot-Syndrom, für die Insider, oder eben Elena-Kult. Brecht selbst hatte übrigens, in die DDR gezogen, seine Rechte nach Westdeutschland zu Peter Suhrkamp gegeben und sich einen Schweizer Pass besorgt; den der wirklichen Eidgenossenschaft. Radwechsel: „Ich bin nicht gern, wo ich herkomme; ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.“
So fasst der brechtkundige Wäller sich an den Kopf. Übrigens ist, nach dem Lateinischen „silva“ für Wald, der Schutzheilige des Wällers der Heilige Silvester, was Waldmensch heißt, dessen segensreiches Wirken wir heute feiern. Alles hängt mit allem zusammen. Same procedure as every year.