Logbuch

UNGLEICHZEITIGKEIT.

Begriff bei Ernst Bloch, wenn ich das recht erinnere. Weil die Menschen eben doch nicht „aus der Geschichte lernen“. Meint: den Lehren der Historiker folgen. Der zaghafte Versuch, gegen die Vorstellung einer zwangsläufigen Geschichte (Historie) anzuargumentieren. Eigentlich der Versuch das Geschehende trotz der Vorstellung einer Geschichte (Hegel, Marx) noch verstehen zu können. Es gibt wenig Fortschritt. Viele alte Bekannte. Untote, Wiedergänger. Gerade fordert eine Politikerin in Berlin (Regierungspartei Die Linke) „staatliche Kaufhäuser“, weil ja die Versorgung mit individuellen Konsumgütern nun wirklich eine echte Stärke der DDR war.

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Mich regiert das Licht (die Sonne), Euch der Schatten. Sagt wer? Ja, der Redenschreiber von Sleepy Joe. Der das bei einer afroamerikanischen Autorin geklaut hat. Bürgerrechts-Mythos. Hilft nicht gegen den WASP namens Trump. Schlechtes Plagiat, zu schwülstig. Aber es ist natürlich älter. Es sagt eigentlich der GNOMON. „Wassen dassen?“ GNOMON? Der Zeigestab der Sonnenuhr. Der den Schatten wirft, an dem der Sonnenstand und damit die Tageszeit zu sehen ist. Wenn die scheint... Der darf das aber sagen , weil es bei ihm ja stimmt. Ein plausibles Pragmasymbol, würde mein Lehrer sagen. Im Original: „Sol me vos umbra regit.“

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Joe Biden ist das Licht. Nicht die Finsternis. Dramatisch unterkomplex. Aber Wahlen können immer nur Akklamationen sein. Daumen hoch oder runter. Kann man normativ so fassen. Der Sauerländer (vulgo Carl Schmitt) soll das so versucht haben. Nun gut, es bleibt aber bei der Bindungslosigkeit jeder VOLKSABSTIMMUNG. Der Wähler hat jede innere Freiheit völlig frei und ganz heimlich zu entscheiden, wonach er gerne gefragt worden wäre und dann eben nicht die gestellte, sondern die gewünschte Frage zu beantworten. Demokratien gehen nur repräsentativ, auch dann schlecht, direkt aber gar nie.

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RASSE.

Es gibt Themen, die eine gewisse Umsicht schon deshalb erfordern, weil mit ihnen zu andere Zeiten viel Schindluder getrieben worden ist. Dazu gehört, jedenfalls für einen Deutschen, die Frage, was unter Menschen unterschiedliche Rassen ausmachen. Und welche Folgerungen man daraus zieht.

Ich rede in New York mit einem amerikanischen Juden und einem Afroamerikaner, deren Familien aus osteuropäischer Armut und Verfolgung hier gelandet sind und wegen des Sklavenhandels der Niederländer und Briten. Melting Pot. Beide tragen die These vor, dass es keine menschlichen Rassen gebe. Das klingt unwahrscheinlich, wenn man sich die unterschiedliche Optik der drei Klugscheißer am Tisch ansieht.

Deshalb begrifflich präzise. Es gibt zwischen uns drei eine biologische Varianz, die sich beziffern lässt. Ungefähr 1% Differenz herrscht in der DNA zwischen dem Kaukasier und seinen beiden Kumpels. Der Kaukasier, das soll ich sein. Gut 99% des Erbgutes ist identisch. Man sieht, dass die Soziobiologie eine Berechtigung hat und wie groß sie ist.

Rasse ist jenseits dessen ein „soziales Konstrukt“; sagen wir ein soziales und kulturelles und akzidentelles Konstrukt. Sie ist erlernt. Wirkliche Wirklichkeit, aber historische. Darin liegt keine humanistische Gleichmacherei. Wir drei sind ganz gut voneinander zu unterscheiden; darauf legt jeder für sich Wert. Der Kraut am Tisch vielleicht noch am wenigsten. Aber in einem Land, in dem wieder von „White Supremacy“ die Rede ist, wird man sich räuspern dürfen, wenn der Ku Klux Klan ausreitet.

Angesichts einer anderen Gefahr, die der Fortschritt der Medizin bringt, darf der Gedanke des Akzidentellen gelobt werden. Im Vorhaben der Menschenzucht liegt kein Segen. Weder in der Inzucht noch der ingenieurmässigen. Menschen sind dann am besten, wenn sie der Natur ihren Lauf lassen. Impulsgesteuerter Begattungswillen. Wir sind Konstrukte des Zufalls. Der hat uns als Species aufrechtgehen und nachdenken lassen. New York, der Schmelztiegel, ist dafür ein gutes Beispiel. Und die drei schrägen Vögel unterschiedlicher Rasse.