Logbuch

MYTHOS JOURNALISMUS.

Um eine Redaktion für eine Regionalzeitung wirtschaftlich betreiben zu können, muss der angestellte Redakteur im Durchschnitt 2,4 Artikel am Tag schreiben. Das erfahre ich gerade von einem alten Fahrensmann. Damit ist der Rahmen gesetzt, der für Recherchen bleibt.

Dem damit beschriebenen ökonomischen Problem konnten Verleger lange ausweichen, indem sie Schwarzarbeit zum Prinzip erhoben. Zwei Varianten: ich hebe Aufsätzchen von Laien ins Blatt, die sich als Betroffene gern gedruckt sähen. Oder ich nehme professionelles PR-Material herein, dass sich als Redaktionelles tarnt. Die Redaktion lasse ich obendrauf Agenturmeldungen kupfern oder aus Internetquellen weiteren Content zusammenstehlen. Aus diesem Brei wird ein Blatt.

Die Blätter sterben so nicht alle sofort, sie verfallen in Siechtum morbider Art, zu dem sich dann auch noch der Vertrieb meldet. Die Bedienung der Abos in schwachbesiedelten Räumen lohnt nicht mehr. Staatsknete willkommen. Sagen wir es klar: Das Geschäftsmodell ist im Arsch. Wenn Journalisten eine Zukunft haben, dann nicht mehr als Teil der holzverarbeitenden Industrie.

Online-Presse? Ach. Gelegentlich passiert es mir noch, dass ich mich von einem „cliffhanger“ anlocken lasse und nach drei Schritten vor einer Bezahlschranke hänge. Was für ein armseliges Geschäftsmodell. So werden Rheumadecken auf Kaffeefahrten an Rentner vertickt, aber doch bitte nicht die Erleuchtungen der Vierten Gewalt.

Es bleibt aber der Anspruch, mit der eigenen Wahrheit ein Correctiv der Wirklichkeit zu sein. Die gemeinnützigen Modelle, die der alten Überheblichkeit hier eine neue Zukunft geben sollen, kann ich nicht bewerten, da mir einige der dort agierenden Haltungsjournalisten als nicht satisfaktionsfähig erscheinen. Ja, es liegt sicher an mir, aber das ist mir schlicht nicht gegeben. Viel Glück.

Ich hab mir daher bei Elon einen blauen Haken gekauft und lasse den Sugardaddy meine privaten Daten ausspionieren. Dafür darf man dann dort spielen. Ich simuliere in Ein-Finger-Such-System mit natürlicher die künstliche Intelligenz, an der mich nichts, aber auch rein gar nichts fasziniert. Mir wäre nach einer Renaissance.

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SAUMAGEN.

„Das Volk sollte zwei Dinge nicht zu genau wissen, wie Wurst gemacht wird und wie Gesetze.“ Das Zitat wird Otto von Bismarck zugeschrieben. Es könnte auch von Robert Habeck sein, dessen Gesetze anmuten wie Hausschlachtungen. Der Schlächter watet im Blut.

Vom Guten der Sache beseelt, sollten doch die moralisch erhabenen Gesetze der Grünen die Zustimmung aller Aufrechten finden. Es gilt den Weltuntergang zu verhindern; wer könnte da abseits stehen. Aber die Engel, die durch die Hölle fliegen, versengen sich erneut die Flügel. Statt Filet von reinem Rind serviert man uns wieder hausgemachte Grütze im Darm. Wurst vom gerührten Schweineblut oder SAUMAGEN ist aber nicht halal, Bruder!

Der staatliche Eingriff in die Raumheizung der Bürger mittels Gebäude-Energie-Gesetz erweist sich schon im Gesetzgebungsverfahren als ein einziges Gewürge. Von dem Trauzeugen-Regime schlecht erdacht, holpert sich der Murks durch die Abstimmungsmühlen der Koalition, um dann im Eilverfahren durchs Parlament gepeitscht zu werden… Dem hat das Bundesverfassungsgericht jetzt Einhalt geboten.

Ich bin nicht sicher, ob das verfassungsrechtlich in Ordnung ist. Denn die Aussage, dass man ein Gesetzesentwurf nicht an einem Wochenende lesen könne, der erscheint mir doch als zu fadenscheinig. Das Problem liegt, so fürchte ich, woanders. Die Opposition aus Union und AfD will nicht zusammen abstimmen. Halb Rind, halb Schwein, das Rezept gibt es doch. Die Schwarzen und die Braunen können sich aber zu keinem „halb&halb“ entschließen, obwohl das ja die gute Bulette auszeichnet.

Und so wird ein vegetarisch gestimmtes Publikum Zeuge einer verkorksten Hausschlachtung. Blutwurst ist aber nicht jedermanns Sache. Erkenntnisekel: Es fehlt dem Schlächter an Genie wie am Handwerk.

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PRAHLHANS.

In der Presse erklärt sich der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff zum „glücklichen Menschen“; das gehört nicht in die Zeitung. Aber so etwas weiß er nicht, der Christian. Die ewige leichte Beute des Boulevards.

Auch nicht in die Presse gehört, was seine wiederholte Ehefrau über ihn schrieb, die von Rufmordversuchen so gezeichnete. Ich habe nie zu seinem Freundeskreis gehört, war zeitweise einer seiner Gegner, aber teile das Urteil von Hans Leyendecker, dass ihm Unrecht geschehen ist. Er hat eine hohe Opfereignung, noch immer.

Er kann es noch immer nicht. Wulff prahlt: Er habe in den letzten 8 Jahren 1000 Bücher gelesen, die er aber nicht bei Amazon beziehe, sondern im Buchladen erwerbe. Schwere Sachen wie Schopenhauer. Nun, das sind also 3 Bücher pro Woche, jede Woche, geholt und gelesen. Alle zwei Tage einen dicken Schinken, ohne Pause, tausend insgesamt.

Man lernt in der Politik zu lügen, aber doch bitte nicht so schlecht. Da ist mir der andere Hannoveraner lieber, der in den letzten 8 Jahren 1000 Flaschen Rotwein getrunken hat, drei pro Woche. Das kann stimmen. Wieder schlägt Schröder Wulff.

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GELD DRUCKEN.

Ich räsoniere. Das ist, wenn man sich die Welt mit Vernunftgründen erklären will. Man gerät ins Schwitzen und landet am Ende in völliger Verzweiflung.

Die Armut kommt von der „pauverte“; das wissen alle, die des Französischen mächtig sind. Und wenn der Staat keine Knete mehr hat, dann soll er sich halt was leihen. Wenn die Banken sich dabei sperrig zeigen, dann wirft er halt die Gelddruckmaschine an. Machen andere doch auch. Der Franzmann hat mehr Schulden als wie wir.

Talkshow-Geplapper zur Schuldenbremse. Im Niveau darunter liegt nur noch das Taxifahrer-Geplapper; jüngst aus Leipzig. Der Sachse findet, dass man mehr Geld für‘s eigene Volk ausgeben sollte und nicht so viel für die Ausländer. Als ich ihn frage, was er glaubt, wer die marode DDR auf den heutigen Stand gebracht hat, sagt er patzig, er habe auch Soli gezahlt. Na klar. Mit Alu-Chips und Konvertierrubel.

Ich hätte gern die Schwätzer bei Frau Illner und im Leipziger Taxi gefragt, warum der ausländische Investor einer Chip-Fabrik in Magdeburg die ihm angebotenen 10 Milliarden gar nicht mehr abgeholt hat; das sind 10.000 Millionen, und zwar Euro. Unter dem Regime der AfD, das sich der sächsische Chauffeur wünscht, wäre es ein Betrag in DM, weil die Rechten zur nationalen Währung zurückwollen. Dann wären halt 20.000 Millionen DM nicht investiert. Dieses Land simuliert einen vermeintlichen Geldmangel. Gelddrucken bringt, hofft man, Heil.

Wer neue Schulden ein Sondervermögen nennt, ist auf dem Weg eine steigende Inflation für Wertzuwachs zu halten. Der Kern dieser Idiotie ist die Verwechslung von BEDARF und NACHFRAGE. Klar haben wir einen Bedarf an Investitionen in Brücken, Kraftwerke und Raketen. Die Fantasie von Roten und Grünen sollte man da nicht unterschätzen. Deren Zukunftsprojekte bestehen samt und sonders in sinnvollen Dingen, für die sie die Steuern erhöhen wollen (oder Schulden machen oder es von den Reichen nehmen). Es ist immer: „tax & spend!“

Funktionierende Wirtschaft besteht aber darin, dass es eine NACHFRAGE gibt; also jemand stellt etwas her, für das ein anderer sein eigenes Geld ausgeben möchte. Das ist das eine. Das andere ist, dass sich das wirkliche Leben nicht an Wunschvorstellungen hält. Ich grübele, wie ich dafür ein Beispiel finden könnte. Vielleicht dieses: Wer grünen Wasserstoff wünscht, der völlig klimaneutral ist, der sollte seine Elektrolyse mit emissionsfreier Kernkraft betreiben; das erbrütet zugleich den Stoff, den er für die Raketen braucht, um die Brücken zu sprengen, über die sonst der Russe kommt. Wenn er kommt.

Ups, jetzt ist es irgendwie ganz aus den Fugen geraten. Ich sollte über erfreulichere Dinge reden. PIE IN THE SKY. Das was Herr Karlsson vom Dach meint, wenn er über einen Teller voll Grütze redet. Wo ist der überhaupt? Ich vermisse ihn.